2. Etappe (Hunhoi–Kappeln / Schlei)

 

Die Nacht im Ostseehotel Hunhoi war traumhaft ruhig, nach einem saftigen Rib-Eye-Steak, ein paar guten Flensburger Pilsnern und einem Gute-Nacht-Schnaps waren wir in unsere Betten gefallen und haben bis zum  Morgen tief und fest geschlafen. Am Morgen hat uns dann ein heftig heulender Wind geweckt und uns ein paar Sorgenfalten auf die Stirn gezaubert. Aber erst mal gab es Frühstück, frisch zubereitet und echt lecker. Während wir geschmaust haben, kam die Sonne wieder zum Vorschein. Das löst zwar das Windproblem nicht, ist aber trotzdem angenehmer zum Fahren. So fahren wir von unserem schnuckeligen Hotel gegen 10:00 Uhr weg erst mal nach Gelting. Das ist die nächste bewohnte Siedlung, rund um das Hotel gab es nur ein weiteres Hotel und einen Jachthafen, der war eingezäunt und bewacht. Entweder sind die Segler so wilde Buben, dass sie eingesperrt werden müssen oder sie sind so zarte Pflänzchen, dass man sie vor uns beschützen muss. Ist uns aber egal, wir fahren also nach Gelting um eine Ansichtskarte für`s Logbuch zu erstehen. Das gelingt uns auch, die wird gleich geschrieben und in den Postkasten im Ort abgelegt. In Gelting gibt es jede Menge Kneipen und Ferienwohnungen und mindestens 3 Camping-Plätze, es drängt sich der Verdacht auf, dass der Tourismus hier die Haupt-Einnahmequelle ist.

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Anschließend fahren wir wieder ein Stück zurück ans Wasser und dann an selbigen entlang, obwohl der offizielle Radweg mal wieder quer durch`s Land geht, wollen wir ein bisschen Seewind um die Nase haben. Die Strecke ist schön, auch wenn der Weg selber uns ganz schön durchschüttelt. Irgendwann biegt der Weg dann doch vom Wasser ab in den Wald ein. Am Wasser weiter zu fahren trauen wir uns nicht, der Weg dort ist nur noch ein schmaler Pfad und der führt in ein Naturschutzgebiet. So geht es dann ein Stück durch einen Wald, vorbei an einer Windmühle und dann doch wieder auf eine Landstraße. Die ist zwar wirklich nur spärlich befahren, aber das wollten wir eigentlich nicht haben. Nach ein paar Kilometern zweigen wir wieder ab, weil ein Leuchtturm ausgeschildert ist und den können wir doch nicht auslassen.

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Beim Leuchtturm war ein Campingplatz, ein Campingplatz hat eine Kneipe und eine Kneipe verkauft Kaffee. Also haben wir einen getrunken und sind weiter geradelt. Zwischen Wiesen und Feldern, manchmal an einer Straße entlang und auch mal quer durch… Durch`s Nichts. Also sind wir dahin gefahren, haben das Nichts auch mal fotografiert. Irgendwann kommen wir dann an der Schleimündung an und fahren dort entlang nach Kappeln, weil es dort die Brücke gibt, die uns auf die andere Seite der Schlei bringt, dort steht unser Hotel. Da das aber auch fast an der Mündung der Schlei steht, müssen wir noch fast 5 km wieder aus Kappeln rausfahren. Was uns letztlich auch nötigt, zum Essen mit dem Taxi nach Kappeln zu fahren, respektive auch wieder zurück mit dem Taxi, eine Busverbindung gibt es nicht.

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Wir essen leckeren Fisch, bummeln ein wenig durch Kappeln und finden im Hafen einige alte, teilrestaurierte Eisenbahnwaggons und Lokomotiven.
Nachdem wir ein Taxi gefunden haben, fahren wir zurück ins Hotel, dort möchte ich die Aufzeichnung der Tour vom Navi auf`s Laptop übertragen, aber mein Laptop erkennt das Navi nicht mehr. Nach langem Basteln und rumprobieren muss ich feststellen, dass die USB-Buchse des Navi`s zerbröselt ist. Der Auslöser war schon auf der letztjähren Tour, als ich das Navi während der Fahrt an meine Fahrradlampe zum Laden angesteckt hatte und beim Abstellen der Lenker umkippte, was das Kabel so straff gezogen hatte, dass Stecker und Buchse in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bis heute hatte zwar trotz wackeliger Steckverbindung alles funktioniert, aber jetzt ist die Nummer halt durch. Das macht das Navi sogar zum Total-Schaden, weil ich es ja somit auch nicht mehr laden kann. So bequem die Fahrerei mit dem Navi war, ein Beinbruch ist es keiner, früher ging es ja auch ohne. Schwerer trifft mich, dass wir die Touren nicht mehr aufzeichnen können, das fand ich schon immer sehr schön, die gefahrenen Strecken nachvollziehen zu können. Wir beschließen in den nächsten Tagen mal mit ein paar dieser Handy-Apps zu experimentieren.