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Nachdem unsere, für letzten September geplante zweite NSCR-Etappe aus wettertechnischen Gründen durch einen Spanien-Kurzurlaub ersetzt wurde, haben wir die Fortsetzung der Umradelung der Nordsee nun für dieses Jahr anberaumt. Allerdings ist die Planung mal wieder eine vollkommen andere, als die letztjährige. Einfach die ausgefallene Etappe dieses Jahr zu fahren wäre ja sterbenslangweilig, das kann ja jeder! Also starten wir vom selben Punkt und fahren dieses Mal einfach in die andere Richtung. Das ist doch originell, oder? Also nicht ganz vom selben Startpunkt. Wir sind ja vergangenes Jahr zuerst den Weserradweg von Bremen nach Nordenham an die Nordsee geradelt, diese Etappe schenken wir uns natürlich dieses Jahr und starten von Bremerhaven. Bremerhaven liegt an der Weser direkt gegenüber von Nordenham, also kann man schon vom gleichen Startpunkt sprechen. Dann lassen wir uns entlang des NSCR-Radweges treiben, soweit wir eben kommen…oder noch weiter. Mal schauen. Der Radweg schweift ja zwischenzeitlich von der Nordsee ab und fährt durchs „Alte Land“ nach Hamburg und dann den Elbe-Radweg entlang wieder der Küste entgegen. Diesen Ausflug nehmen wir mit, obwohl wir uns sonst ja immer so nah wie möglich am Wasser bewegen. Erstens ist das „Alte Land“ um Stade die Extra-Wurst wohl wert und in Hamburg wollen wir auch einen Tag vertrödeln. Dann soll es aber so weit wie möglich nach oben gehen, inklusive eines Insel-Tages. Hatten wir vergangenes Jahr Norderney mit unserer Anwesenheit beglückt, soll es dieses Jahr Amrum sein. Sylt ist uns irgendwie zu klischeebeladen, ich weiß auch nicht richtig, was ich dort anschauen wollte, irgendwie gefällt mir die Idee mit dem (mir unbekannten) Amrum einfach besser. Subjektive Entscheidung, die überhaupt nichts allgemeingültiges andeuten soll.

Ob es dann noch weiter geht, hängt von der verbleibenden Zeit, dem Wetter, der Kondition und der Konstitution der Sitzmuskulatur ab.
Apropos Sitzmuskulatur, die gehört wohl noch deutlichst trainiert. Bisher hatten wir nur ein paar wenige Kurztouren geschafft, viel Arbeit, wenig Freizeit und nur mäßiges Wetter ergaben nicht viel Möglichkeiten.
Gestern haben wir dann zum ersten Mal in diesem Jahr wieder eine Ganztagestour gewagt, 70 Kilometer bei perfektem Radelwetter und nur wenig Wind. Obwohl die Strecke entlang von Vils und Naab nur wenige geländetechnische Herausforderungen zu bieten hatte und das Wetter, wie gesagt, schöner nicht hätte sein können, waren wir doch beide ziemlich platt am Abend und hatten doch erhebliche Problem mit dem Hinterteil. Die Strecke liegt ja auch noch ganz klar in dem Rahmen, den wir uns für unsere Sommertour selbst gesteckt haben, also werden wir wohl noch den einen oder anderen Trainingskilometer hinter uns bringen müssen.
Die Strecke der gestrigen Tour ist schnell beschrieben, mit der Bahn frühmorgens nach Amberg und dort erst mal die wunderschöne Altstadt inspiziert, dem örtlichen Italiener einen Cappuccino abgekauft und genüsslich geschlürft. Dabei das einheimische Volk beobachtet und dann an der Vils entlang Richtung Regensburg gerollert. Zum Anfang noch sehr gemütlich, bis uns diese freundliche Schnecke links überholt hat.

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Dann haben wir doch ein wenig mehr Gas gegeben, aber nicht all zu viel, die Strecke lädt tatsächlich zum Bummeln ein. Fast immer abseits des Verkehrs führt dieser Teil des „Fünf-Flüsse-Radweges“ zwischen Vils und Waldrand gemächlich auf teils geschotterter, teils asphaltierter aber immer hervorragend befahrbarer Strecke entlang. Vermutlich handelt es sich dabei um eine ehemalige Bahntrasse, vereinzelt immer noch vorhandene Wegmarkierungen und der befestigte Untergrund lassen darauf schließen.

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Vorbei an mehreren kleineren Ortschaften erreichen wir Schmidtmühlen, ab da geht es entlang des Truppenübungsplatzes Hohenfels. Deutlich sichtbare Tafeln im 10-Meter-Abstand gemahnen den Radler, den vorgeschriebenen Weg nicht mehr zu verlassen, da man anderenfalls als Kollateralschaden des hiesigen oder des transatlantischen Kriegerheeres enden könnte. Und wer will das schon? Trotzdem ist die Fahrt durchs Vilstal einfach traumhaft, auch wenn furchtbar viele Radler und Wanderer genauso denken wie wir. Ganz schön was los hier am Sonntag Mittag.
In Kallmünz mündet die Vils in die Naab, ab hier ist uns die Strecke ja bestens bekannt, das ist praktisch Home-Terrain.

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Alles in allem ein wunderschöner Tagesausflug und die erste echte Trainingseinheit in Vorbereitung der angepeilten Sommertour. Es werden noch einige folgen müssen, wenn das im Sommer ohne viel Wehgeschrei gelingen soll.

… noch weit entfernt, aber doch als kleiner Lichtstreifen am Horizont schon zu erkennen.

Fast fünf lange Wochen müssen noch vergehen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen können um ein weiteres Stück Deutschland per Fahrrad zu erkunden.

Unser Plan für die nächste Urlaubs-Radtour sieht so aus:
Starten wollen wir von Bremerhaven  aus und zunächst  Richtung Norden bis  fast an die dänische Grenze fahren. Von dort aus soll es auf die gegenüberliegende Seite, zunächst nach Flensburg und dann entlang der Ostseeküste bis nach Fehmarn gehen.
Laut google-maps dürften das so ca. 650 km sein. Ob wir von da aus dann noch weiterfahren wollen und / oder können müssen wir sehen. Unsere Rückfahrkarte ist jedenfalls erst ab Hamburg ausgestellt.
Wie schon beim letzten Mal haben wir auch diesmal nichts vorgebucht sondern wollen uns die jeweils nächste Unterkunft von unterwegs aus suchen. Ein Notebook haben wir dabei und hoffentlich klappt es auch diesmal wieder so reibungslos wie auf unserer ersten Radtour entlang der Nordseeküste.

Eigentlich hatten wir für das lange Wochenende Ende April eine Radtour mit ein oder zwei Übernachtungen geplant. Aber, wie schon so oft, die Wetteraussichten waren bescheiden; und wir sind nun mal Schönwetterradler.
Mit einer Radtour war es also Essig; Dresden und Prag fielen auch durchs Raster, denn ein adäquates Zimmer zu finden hatten wir auch kein Glück.
Inzwischen war es schon Dienstagabend und wir wussten immer noch nicht was wir machen.

Wer häufiger im Internet unterwegs ist und dort etwas sucht, der weiß, dass einem dann nicht nur Seiten speziell zur Suche angezeigt werden, sondern alles mögliche. Dies war auch diesmal wieder der Fall. Normalerweise finde ich das immer ein bisschen nervig, aber diesmal war es ein echter Glückstreffer. Flug mit zwei Übernachtungen auf der Deutschen liebste Insel “Mallorca”. Erst waren wir ja skeptisch. Ob das was ist?
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Nachdem wir uns noch über die Flugzeiten informiert hatten und diese zu unserer Zufriedenheit ausfielen, haben wir kurzentschlossen gebucht. Mehr als schiefgehen kann es ja nicht und dann muss man es ja nicht wiederholen.

Freitag Morgen um 4.20 Uhr hat uns also ein Haribo-Flieger nach Palma befördert. Es hat geschüttet und der “freundliche” Flieger war zunächst der einzige Lichtblick.

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Der Flug war trotz der frühen Stunde und obwohl um fast die gleiche Zeit noch zwei weitere Maschinen nach Palma gestartet sind, bis auf den letzten Platz ausgebucht.
Nach einer Flugzeit von nicht ganz zwei Stunden sind wir schon auf dem Flughafen in Palma gelandet. Unser endgültiges Ziel war der Ort Santa Ponsa, ca. 20 km von Palma entfernt. Als wir das Flughafengebäude verlassen stellen wir fest, dass ein heftiger Wind weht und eine Menge Wolken am Himmel dahinrasen. Das es vor nicht allzu langer Zeit geregnet haben muss hatten wir schon beim Verlassen des Fliegers bemerkt; auf dem Rollfeld standen noch einige Pfützen. Na wenn das mal was wird; wenigstens war es nicht kalt.

So zwischen acht und halb neun sind wir dann im Hotel angekommen und – wir hatten Glück – unser Appartement war schon bezugsfertig, wir konnten gleich einziehen.  Einfach und zweckmäßig eingerichtet aber sauber. Unsere Rucksäcke abgestellt und erst mal im Café / Restaurant gleich gegenüber einen Kaffee trinken und ein Croissant zum Frühstück. Dann zur Orientierung eine kleine Runde durch den Ort und -wie in Spanien üblich- mittags erst mal Siesta machen. Am Nachmittag haben wir dann nochmal ausgiebig den Ort und die nähere Umgebung erkundet. In einem Restaurant mit einer Terrasse direkt am Meer haben wir uns unser Abendessen schmecken und den Abend dann in einer im englischen Clubstil eingerichteten Bar ausklingen lassen.

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Für den Samstag hatten wir die Erkundung von Palma auf dem Programm. Etwa alle zwanzig Minuten fährt von Santa Ponsa ein Bus Richtung Palma – perfekt.

Die Hauptsaison hat noch nicht begonnen was wir hier sehr deutlich gemerkt haben. Nirgends musste man Schlange stehen, im Café hatte man keine Mühe einen Platz zu bekommen, in den Geschäften herrschte kein Gedränge – so hatten wir uns das vorgestellt. Bei sommerlichen 24 ° Grad durch die Stadt bummeln, keine Hektik, kein drücken und schieben – pure Erholung.

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An der Markthalle in Palma, dem Mercado Del Olivar, konnten wir natürlich nicht vorbeigehen, ohne mal reingeguckt zu haben. Besonders die Fischverkaufshalle hat es mir angetan. Ich kann mich kaum sattsehen an der Menge und Vielfalt der verschiedenen Fische und Meeresfrüchte. Zum Abschluss, und weil gerade Mittagszeit ist, probiere ich dann auch noch einmal Sushi. Frischer als hier geht es wohl nicht. Da Sushi kalt gegessen wird war ich immer ein bisschen skeptisch, ob es mir schmecken würde.
Was soll ich sagen, es war köstlich animierte smilies essen futtern fressen hungern nahrung futter.

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Der nächste Tag (Sonntag) ist leider auch schon der letzte. Wir nehmen um kurz nach neun wieder den Bus nach Palma und steigen dort um in den Bus der uns nach Valldemossa bringt. Die Verbindung hatten wir uns am Tag zuvor schon ausgeguckt und es klappt problemlos. Der Zentralbahnhof in Palma hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Parkhaus und liegt unter der Erde; oberhalb wurde ein Park angelegt.

Das Bergdorf Valldemossa, ist ebenfalls nicht weit von Palma entfernt und liegt im Nordwesten der Insel, der Serra de Tramuntana. Auf dem Weg dorthin fallen uns nicht nur die Olivenbäume, sondern vor allem die unendlich vielen Mandelbäume auf. Leider ist deren Blütezeit jetzt schon vorüber; dafür muss man wohl früher im Jahr kommen.

Bekannt wurde das idyllische Dorf Valldemossa aber wohl vor allem, weil Frédéric Chopin und George Sand etwa Mitte des vorletzten Jahrhunderts einen Winter hier verbracht haben. Welche Anziehungskraft doch berühmte Menschen haben. Die Räumlichkeiten im Kloster zu besichtigen, wo die beiden gewohnt haben schenken wir uns und laufen lieber durch die kleinen Gassen.

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Am Nachmittag fahren wir zurück nach Palma und schlendern noch ein wenig durch die Stadt. Auf der Suche nach einem Restaurant merken wir, dass wir noch lange nicht alles gesehen haben; wir können also noch mal wiederkommen.

Fazit unsere Kurztrips: Ein perfektes Wochenende.