Am Morgen am Frühstückstisch beraten wir den Fortgang der Tour. Wir haben nicht mehr so weit bis Hamburg und haben noch drei volle Tage Zeit. Drei Tage deshalb, weil wir am Mittwoch erst 20 Minuten nach acht am Abend von Hamburg Altona abfahren werden. Wir beschließen, den Rest der Fahrt so zu planen, dass wir am Dienstag in Hamburg ankommen und den Mittwoch in der Stadt verbringen. Wir werden heute noch mal auf die andere Seite des Flusses wechseln und bis Stade fahren, weil uns die Stadt gut gefallen hat, obwohl sie am Ende einer Chaos-Etappe lag. Wir hatten letzte Woche nicht viel Zeit und wollen deshalb noch mal einen Abend in der Stadt im “Alten Land” verbummeln.
Zunächst fahren wir noch mal zur Schleusse und beobachten ein paar Schiffchen beim Einfahren. Während ich ein paar Fotos schieße, sticht mich eine Wespe in den Finger. Während der Notoperation, um den Stachel zu entfernen und die Wunde zu versalben, geht eine unserer Kameras zu Boden, zum Glück gibt es keine größeren Schäden zu beklagen, weder an der Kamera noch am Finger.
Wir setzen mit der Fähre über den Kanal über und beginnen unsere Reise in Richtung Glückstadt. Unterwegs sehen wir immer wieder die riesigen Containerschiffe und versuchen zu zählen und / oder abzuschätzen wie viele dieser Dinger auf so einem Pott wohl Platz haben. Es gelingt uns nicht so richtig, aber ein Wert zwischen 800 und 1000 Containern kommt wohl der Wahrheit recht nahe, je nach Beladung. Man kann ja auch nur ahnen, was sich im Bauch der Schiffe noch alles befindet. Man bedenke, ein LKW kann genau EINEN dieser Container bewegen. Das ist schon unglaublich!
Wir beobachten außerdem am Ufer der Elbe einen Fischer, der seine Reussen leert und umkreisen in strahlender Laune das AKW Brunsbüttel, das eigentlich in Brokdorf steht.P1070386P1070400P1070395

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Kurz vor Glückstadt hat sich ein endlos langer Stau auf einer Bundesstrasse gebildet, die wir kreuzen wollen, bis wir in allerletzter Sekunde gewahren, dass es sich dabei um die Schlange an der Elbfähre Glückstadt – Wischhafen handelt. Da wollen wir eigentlich auch über den Fluss, fast hätten wir das verpasst. Da wir uns mit unseren Fahrrädern natürlich nicht hinten anstellen, sondern ganz nach vorne fahren, können wir sofort auf die gerade eingefahrene Fähre fahren. Mit dem Auto wäre die Wartezeit wohl eine Stunde oder länger gewesen, obwohl hier 4 Fährschiffe unterwegs sind. Aber das Verkehrsaufkommen ist viel höher, als diese vier Schiffchen bewältigen können. Auf der anderen Seite angekommen, genehmigen wir uns noch ein Tässchen Kaffee und fahren dann weiter durch Krautersand. Das ist eine eingedeichte, also trockengelegte ehemalige Insel. Es geht durch die Marschlandschaften, vorbei an lustigen Plastiken, quer durch Schafherden, diesmal nicht eingepfercht, sondern mit Schäfer und Hund. Die Schafe sind schon nur schwer zu bewegen, uns durch zu lassen, aber der Hund wäre gegen mein Fahrrad gerannt, wenn ich nicht ausgewichen wäre. Das liegt aber nicht daran, das er so groß und stark gewesen wäre, er schaut aus wie ein typischer, nur etwas zu klein geratener Hirtenhund. Allerdings scheint er so alt zu sein, wie Schäfer und alle Schafe zusammen. Er ist zottelig und zerrissen und grau und trabt mir, wie gesagt fast vor`s Vorderrad. Als ich ihn anspreche, schaut er mich treuherzig an, macht einen Schritt zur Seite und lehnt sich an mein Fahrrad. Er reibt ein wenig seinen Kopf an meinem Knie, aber so harmlos, wie der wirkt, kann er wohl kein Lämmchen mehr beeindrucken. Ich halte ein wenig Smalltalk mit dem (ebenso grauen und zerrissenen) Schäfer und werde dabei schamlos und hinterrücks fotografiert. Anschließend rollern wir weiter über den Deich, trinken einen weiteren Kaffee mit sehr leckeren, selbstgebackenen Keksen und rollern dann in Stade ein. Wir finden unser Hotel sofort und ohne Probleme und stellen dabei fest, dass wir das letzte Mal einen riesigen Bogen einmal um die Innenstadt gefahren sind. Im Hotel angekommen wird uns das Appartement unterm Dach offeriert, anstelle des gebuchten Doppelzimmers. Unser Gepäck wird vom Hotel-Boy wortgewaltig bis unters Dach befördert. Der Typ, ein im gebrochenem deutsch parlierendem ca. 25 Jährigem, macht den typischen Eindruck eines Hotelpagen, allerdings ohne Uniform. Er ist wahnsinnig nett und erzählt uns alles mögliche übers Hotel, über die Besitzer, über die Zimmer und beschreibt uns schon mal das Frühstücksbuffet von Morgen. Dabei lässt er mich keine einzige unserer Taschen selber tragen, so was hab ich noch nie erlebt. Das Zimmer selber ist der Hammer, vier Betten auf zwei Etagen und ein 60 cm Flat Screen. Alles für den Preis eines Doppelzimmers, einfach phänomenal.
Wir kreiseln ein bisschen durch die wunderschöne Altstadt, kehren beim bereits bekannten Griechen ein (bereits das dritte Mal griechisch diese Woche, es ist aber auch zu lecker!) und liegen inzwischen im Bett und schauen auf unseren überdimensionalen Fernseher den deutschen Stolperkünstlern zu.

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Morgen soll wieder schönes Wetter werden, wir werden unsere Radtour noch einmal durch`s “Alte Land” ausklingen lassen um dann in Hamburg Altona zu stranden.

Nach dem faulen Tag in Büsum haben wir heute wieder eine etwas längere Etappe geplant, wir wollen heute bis Brunsbüttel an der Elbemündung fahren, was etwas über 60 km bedeuten würde. Ist ja auch kein Problem, wir sind nämlich gut ausgeschlafen. Es ist in Büsum nämlich nicht einfach spät zu Bett zu gehen. Am Freitag wollten wir nach dem guten Fisch im (selbsternannten) besten Büsumer Krabben-Lokal (Das Original) noch etwas in der Stadt trinken, ging aber nicht. Punkt 21:00 Uhr hatten alle Lokale geschlossen. Am Samstag hatten wir etwas mehr Glück, da kam der “Last Call” erst viertel nach zehn. Die Bedienung erklärte uns, hier wäre halb elf Sperrstunde, das würde auch streng kontrolliert und auch während der Hauptsaison, die noch bevorsteht, wäre das auch nicht anders.
Hier in Büsum sind wir nun endgültig die Küken unter den Urlaubern, der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 77,56 Jahren und das ist der optimistische Wert. Abends ist entsprechend früh Zapfenstreich, aber morgens halb neun lärmt eine Blaskapelle am Hafen rum. Es wird irgend ein Fest hier am Hafen gefeiert und da man abends ganz früh das Blechgebläse abstellen muss, fängt man halt morgens beizeiten an.  Aber wir haben den freien Tag trotzdem genossen, sind den halben Tag im Hafen rumgelaufen und haben den anderen halben Tag geruht. Die Fenster unseres Hotelzimmers waren einigermaßen schalldicht.

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Und so fahren wir am Sonntag morgen ziemlich früh für unsere Verhältnisse nach einem sehr guten Frühstück aus Büsum raus. Der Himmel ist stark bewölkt, aber es ist trocken. Nachdem es die beiden letzten Tage heftige Regenschauer gab soll der Tag heute trocken bleiben. Der Wind schiebt auch kräftig von hinten, alles gut bis jetzt. Der Weg führt uns immer am Deich entlang. wir fahren außendeichs, also auf der Wasserseite. Theoretisch, es ist nämlich mal wieder kein Wasser da. Der Weg führt in einem langen Bogen um eine Bucht herum, wir sehen die betonenen Scheußlichkeiten Büsums (ein Hochhaus und der Speicher im Hafen) immer aus etwa der selben Entfernung, obwohl wir am Ende des Bogens ziemlich genau 30 km zurück gelegt haben. Den NSCR haben wir nach etwa der Hälfte dieser Strecke bereits verlassen, weil er quer durchs Land fährt. Wir wollen aber an der Küste entlang nach Friedrichskoog-Spitze. Wie der Name schon sagt, liegt dieser kleine Ortsteil an der nordwestlichen Spitze einer halbinselähnlichen Ausbuchtung. Bis dahin müssen wir allerdings noch mal fast 7 Kilometer in westlicher bzw. nordwestlicher Richtung fahren, das bedeutet gegen den Wind! So war das nicht ausgemacht wird mir vom Nebenfahrrad bedeutet und entsprechend vehement wir in Friedrichskoog-Spitze eine Kaffeepause eingefordert. Von hier sehen wir am Horizont Cuxhaven, da waren wir vor einer Woche.
Hier holt uns das blaue Loch zwischen all den vielen Wolken, dass wir den ganzen Vormittag schon hinter uns hatten, endlich ein. Ab jetzt ist Sonnenschein angesagt und Rückenwind. Wenn die Temperaturen jetzt noch ein paar Grad höher wären, wäre es schier nicht auszuhalten, so schön wäre es. Cooles Smiley
Nach Friedrichskoog (dem eigentlichen Ort) bemerken wir, dass wir auf der “Deutschen Kohl-Straße” wandeln bzw. radeln. Das ist keine Reminiszenz an die Bundesbirne sondern hier wird auf jedem Feld lecker Kraut angebaut. Und Humor haben sie auch die Hiesigen, auf einem Feld wir die Trendsportart  “Gummistiefelgolf” beworben. Dabei geht es darum, auf einem ganz wüsten Acker, zwischen bis zu schulterhohem Gestrüpp und Gesträuch müssen verschiedene Ziele getroffen werden. Keine zentimetergroßen Löcher im Boden, sondern Plastiktonnen, Autoreifen, Gummiballons sowie je ein Konterfei von Barack Obama und Angela Merkel (Ein mindestens 20 Jahre altes Foto, auf dem die Mundwinkel nach oben zeigen. Das leidvolle Geschau scheint also doch nicht angeboren zu sein.)
Als wir dann wieder die Deichseite wechseln, befinden wir uns bereits im Mündungsbereich der Elbe und sehen die ersten Containerschiff-Monster. Wenig später erreichen wir Neufeld, ein schönes kleines Dorf, an dessem Ortsausgang uns ein knuffiges Cafè zu einer kleinen Pause einlädt. Von hier beobachten wir ein paar der Riesen-Dampfer, wie sie an uns vorbeiziehen in Richtung Hamburg. Uns fällt auf, dass die Böötchen ein paar Meilen weiter links plötzlich abzubiegen scheinen, da muss der Eingang des Nord-Ostsee-Kanals sein. Das bedeutet, wir sind am Ziel, denn unser Hotel am heutigen Tag heißt “Schleussenhotel”. Das suggeriert ja irgendwie, dass es sich in der Nähe der Schleusse, also dem Eingang zum Kanal liegt. So ist es auch und nach ein paar weiteren Kilometern finden wir unser Hotel. Das befindet sich überraschenderweisse in einer Partymeile, hier wird aber nicht das Ballgeschubse in Brasilien gefeiert sondern der 119. Geburtstag des  Kanals. Das Hotel mutet zunächst ein wenig seltsam an, es handelt sich dabei um ein Geschäfts-/ Bürogebäude, dass teilweise zum Hotel umfunktioniert wurde. Im Erdgeschoß befinden sich Ladengeschäfte und im ersten Stock, neben der Rezeption eine Arztpraxis. Aber die Zimmer sind geräumig, aber gut und modern eingerichtet.

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Nachdem wir uns erfrischt haben, mit Dusche und Gerstensaft, schlendern wir noch mal zur Schleusse, wo gerade die Reste der Festlichkeit abgeräumt werden. Das stört uns aber nicht, wir wollten ja auch keinen Flohmarkt besuchen, wir wollen uns ein wenig umschauen und genüsslich zu Abend essen. Das tun wir dann auch beim Griechen und verschwinden dann in unseren Betten.

Freitag Morgen brechen wir also unsere Zelte in St. Peter-Ording ab und machen uns auf den Weg nach Büsum.

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Die Entfernung beträgt so ca. 45 km; das sollte nach einem Ruhetag zu schaffen sein. Als wir den Ort über den Deichweg verlassen kommen mir aber erhebliche Zweifel, ob das was wird; der Weg ist gelinde gesagt beschissen, teilweise asphaltiert, teilweise mit einer Art Gehwegplatten belegt. Ein asphaltierter Weg wäre grundsätzlich nicht schlecht, wäre der Untergrund eben, was hier keineswegs der Fall ist. Die Gehwegplatten sind zu 80 % gebrochen, vollkommen uneben verlegt und häufig wachsen Grasbüschel durch die Fugen. Für einen Urlaubsort, der bei den Hotelpreisen teilweise ganz schön hinlangt und in dem es etliche Fahrradverleihe gibt, erbärmlich. Was soll’s, wir müssen dadurch. Erst als wir bereits die ersten Deichgatter passiert haben wird es besser. Die Landschaft entlang des Deiches ist auch hier wieder ziemlich unspektakulär; zur linken haben wir meist den Deich, rechts von uns gucken wir auf die breiten Salzwiesen. Nach ca. 20 km erreichen wir das Eidersperrwerk und verlassen damit gleichzeitig den Landkreis Nordfriesland. Auf der anderen Seite der Eider beginnt der Landkreis Dithmarschen.

 

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Wir wechseln mal auf den Radweg hinterm Deich, aber auch hier gibt es außer Feldern, vereinzelten Häusern und jeder Menge Windrädern nichts weiter zu sehen. Als wir die letzten Meter des Deichweges entlangradeln und fast schon in Büsum sind wird es plötzlich stürmisch und innerhalb von Minuten geht ein kräftiger Regenguss auf uns nieder. Jetzt sind wir total nass und eine Unterkunft für heute haben wir auch noch nicht. Wir fahren in den Ort rein und auch hier sind es häufig nur Appartements die angeboten werden. Mit der Zimmersuche haben wir dann jedoch sehr viel Glück; im ersten Haus in dem wir nachfragen hat man zwar kein freies Zimmer für uns, aber die nette Dame an der Rezeption teilt uns mit, dass sie ein weiteres Haus in der Hafenstraße haben und dort wäre auch noch was frei. Da wir keine große Lust haben mit nassen Klamotten lange zu suchen nehmen wir das Zimmer, obwohl wir noch nicht einmal wissen, wie das andere Hotel (Bootshaus) aussieht. Wir sollten überrascht sein. Man hatte uns schon angekündigt und plötzlich hatten wir im Handumdrehen ein wirklich schönes Zimmer. Unsere Räder fanden im Garten einen Platz.

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Zwischenzeitlich hatten wir uns dann überlegt, dass wir noch eine zweite Nacht dort bleiben könnten (vorausgesetzt es ist noch was frei). Das gleiche Zimmer war für den nächsten Tag zwar schon belegt, aber wir konnten in ein anderes Zimmer (gleich daneben) umziehen.
Das Zimmer war – genau wie das erste und das gesamte Hotel – im maritimen Stil eingerichtet. So vermittelte uns dieses kleine Hotel im recht verschlafenen Nest von Büsum einen wenig den Hauch der weiten Welt. In Büsum werden um 9:00 Uhr am Abend (in der Hochsaison etwas später) die Bürgersteige hochgeklappt. Ich meine zwar mal gehört zu haben, dass man im Alter weniger Schlaf braucht; aber das scheint hier nicht der Fall zu sein. Nach einem leckeren Fischessen in einem Restaurant direkt am Hafen in Büsum wollen wir den Abend noch gemütlich mit einem Bier ausklingen lassen – Fehlanzeige. Wenn nicht sowieso schon geschlossen ist, teilt man uns freundlich aber bestimmt mit, dass es leider nix mehr gibt, weil gleich geschlossen wird. Warum man in Kurorten immer mit den Hühnern schlafen gehen und aufstehen muss, wird mir immer ein Rätsel bleiben. 

Als wir am nächsten Morgen beim Frühstück sitzen ändert sich das Wetter mal wieder von einer auf die andere Minute und es gibt einen ordentlichen Regenschauer. Gut das wir noch im Hotel sind; wären wir da reingekommen, wir wären bis auf die Unterhose nass gewesen, der Regenguss kam so plötzlich, wir hätten nicht mal Zeit gehabt unsere Regenjacken anzuziehen. Und genauso plötzlich hört es dann auch wieder auf zu regnen und den Rest des Tages bleibt es trocken.

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Wir machen uns einen gemütlichen Tag; bummeln durch den Ort und den Hafen …
Als wir in Büsum angekommen sind herrschte mal wieder Ebbe; heute ist Flut und der Unterschied ist hier im Hafen deutlich zu sehen.

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So ein Hafen – egal ob groß oder klein – hat für mich immer was faszinierendes; man taucht ein in eine vollkommen andere Welt und überall gibt es was zu sehen, und manchmal traut man seinen Augen nicht … Es gibt wohl nichts, was es nicht gibt.

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Mit diesen maritimen Impressionen verlassen wir Büsum und machen uns auf den Weg nach Brunsbüttel. Eine kurze Zeit wird uns noch die Nordseeküste begleiten, dann sind wir wieder an der Elbe angekommen.

So gegen halb sechs kommen wir in St. Peter-Ording an; d. h. zunächst kommen wir durch den Ortsteil Ording, dann folgt St. Peter-Bad, wo wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte finden. Unser Hotel (oder Pension – ich weiß nicht so genau, wo ich das einordnen soll) heißt “Winkinger”, scheint schon einige Jahre auf dem Buckel zu haben und hat sicher auch mal bessere Tage gesehen. Die Einrichtung ist ein Stilmix aus Barock, Meißner Porzellan und Wikinger-Attributen und irgendwie erscheint mir alles ziemlich verbaut. Unsere Unterkunft besteht aus einem großen Schlafzimmer mit angrenzendem kleinen Wohnzimmer und einem Bad. Im Schlafzimmer findet sich außer dem Bett mit zwei Nachttischen und einer Kommode ein Schrank der fast die ganze Wand einnimmt und in dem wir locker unsere gesamten Klamotten von zu Hause unterbringen könnten. Das ganze Haus ist von oben bis unten vollgestopft; für jeden freien Platz hat sich hier etwas gefunden, das man dort hinstellen oder hängen konnte. Aber was soll’s, wenigstens haben wir eine Unterkunft. Nachdem wir uns umgezogen und ein wenig frisch gemacht haben gehen wir in den Ort um etwas zu essen. Vollkommen perplex sind wir, als man uns im ersten Restaurant mitteilt, dass die Küche schon geschlossen hat, da hier um neun Uhr dicht gemacht wird. Also gehen wir weiter und kehren in einem italienischen Restaurant ein. Als wir uns dann so gegen zehn oder vielleicht halb elf auf den Rückweg ins Hotel machen herrscht tatsächlich in den Straßen gähnende Leere. Mmmmh, irgendwie hatte ich erwartet, dass hier mehr los ist; das kann doch nicht nur daran liegen, dass noch keine Hauptsaison ist. 
Am nächsten Tag kümmern wir uns zunächst mal um mein gestern schon wieder mal plattes Rad; lassen den Luftdruck prüfen und kaufen einen neuen Schlauch. Dabei stellen wir dann fest, dass es auch noch einen Ortsteil St. Peter-Dorf gibt. Wahrscheinlich waren dies früher alles einmal kleine Orte für sich, die dann irgendwann zu einer Gemeinde zusammengelegt wurden. Ob hier wohl abends mehr los ist? Ich glaube nicht; das Publikum ist im Altersdurchschnitt so wie im anderen Ortsteil. Am zweiten Tag ist es dann irgendwie noch krasser; um 18:00 Uhr ist das Länderspiel Deutschland : USA. Wir gucken die erste Halbzeit im Hotel und machen uns dann auf den Weg zu einem griechischen Lokal ein paar Straßen weiter. Heute ist alles wie leergefegt. Im Lokal (heute ist das Wetter so angenehm, dass wir draußen sitzen können) bekommen wir problemlos einen Platz (vielleicht weil hier kein Fußball gezeigt wird). Nachher gehen wir nochmal zur Ortsmitte über die Seebrücke und an den Strand wo wir heute endlich mal einen Sonnenuntergang zu sehen bekommen.

Leider fehlen auch in St. Peter-Ording – wir fast überall an der deutschen Nordseeküste – die Bausünden der 70-er-Jahre nicht; aber es hält sich in Grenzen.

 

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Etwas vollkommen Neues bietet der Strand. Wie schon erwähnt fahren wir zwar häufig am Deich lang, aber trotzdem weit entfernt vom Wasser, da es hier oben überall die Salzwiesen gibt. So auch zwischen Deich und Strand in St. Peter-Ording. In den Ortsteilen Ording und St. Peter-Dorf hat man hierzu Wege durch die Salzwiesen angelegt und in St. Peter-Bad führt uns eine lange Seebrücke an den Strand.

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Wir wissen nicht, wie hoch das Wasser hier wohl stiegt, aber vorsichtshalber hat man alles mal auf Stelzen gebaut.

 

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Als wir am nächsten Morgen aufstehen ist der Himmel schon wieder  bedeckt und es sieht nicht mehr so freundlich aus wie in den letzten beiden Tagen. Sei’s drum, wir müssen oder wollen weiter. Unser nächstes Ziel heißt Büsum.

Morgens 08:00 Uhr. Draußen ist strahlend blauer Himmel und die Sonne scheint aus demselben. Das gibt es hier tatsächlich auch! Im Laufe der nächsten Minuten gewinne ich zwei neue Erkenntnisse. Aufstehen ist bei Sonnenschein auch nicht schöner und Sonnencreme brennt furchtbar, wenn man sie sich in die Augen schmiert. Während sich ersteres Problem beim üppigen Frühstück mit viel Kaffee von selber löst (das Frühstück ist mit Abstand das Beste der bisherigen Tour – wir überlegen, einen Tag länger zu bleiben um alles aufessen zu können), lässt sich zweiteres Dilemma nicht durch Wischen oder waschen lösen. Einmal ordentlich ins Auge eingerieben entfaltet die Sonnencreme ihre ganze Wirkung und so fahre ich buchstäblich mit einem lachenden und einem weinenden Auge hier weg. Die eingedeichte Insel Nordstrand besteht aus der Gemeinde Nordstrand, die sich in mehrere Ortsteile aufgliedert. Wenn man von oben reinkommt erreicht man als erstes Oben. Man folgt dann der Küstenlinie und gelangt nach Norden und Norderhafen (wo wir übernachtet haben). Von dort geht es weiter nach Westen und Süden, bzw. dann Süderhafen. Ob es Osten und Unten auch gibt, konnten wir nicht rausfinden, aber zuzutrauen wäre es den Nordfriesen allemal. Auf jeden Fall waren wir nur einen Kilometer von England entfernt, da sind wir aber dann nicht hingefahren, die können nicht Fußball spielen. Zwinkerndes Smiley  Obwohl sich das Wetter mäßig gestaltet, haben wir bis dahin frischen Rückenwind, der Plan geht also bislang auf. Nachdem man die Insel über die Pohnshalligkoogstraße verlassen hat führt der Weg entlang einer Bundesstraße nach Husum. Wir wollten uns ein wenig umschauen in Husum, aber es gibt nicht so wirklich was zu sehen. So trinken wir also einen Cappuccino, essen ein Eis und bessern die Bargeldreserven ein wenig auf und verlassen Husum wieder auf der anderen Seite der Husumer Au.

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Hier trennen wir uns wieder vom NSCR, der auf einigermaßen geradem Wege nach Sankt Peter-Ording durchs Land führt. Wie wollen aber noch den Leuchtturm Westerherver mitnehmen und halten uns an die Küstenlinie. Hier wird es jetzt richtig ländlich, wenn man vom “Arsch der Welt” spricht, meint man wohl diese Gegend. Riechen tut es auch so, könnte allerdings auch mit den zahlreichen ländlichen Betrieben zusammenhängen. Der Himmel hat inzwischen aufgerissen und so haben wir immer wieder sonnige Abschnitte abwechselnd mit dicken, zum Teil sehr bedrohlich wirkenden dunklen Wolken, aber es bleibt trocken, bei frischem Wind aus allen möglichen Richtungen. Der Radlweg an der Deichlinie wird immer schlechter, bis er nur noch ein grasüberwachsener Schotterstreifen ist. Als wir uns schon überlegen, die Holperstrecke zu verlassen, wird uns die Entscheidung abgenommen und der Radweg ist zu Ende. Ab hier geht es dann 10 km bis Osterherver über die Landstraße. So freundlich die Friesen sonst auch sind, auf Radfahrer nehmen sie hier keine Rücksicht und brettern ohne abzubremsen im Zentimerabstand an uns vorbei. Gegenverkehr oder nicht, das spielt dabei auch keine Rolle, im Zweifelsfalle räumt man einfach den Radler ab. Irgendwann biegen wir wieder Richtung Norderheverkoog und damit Richtung Deich ab. Als wir die Westspitze erreichen, machen wir eine kurze Pause und schauen mal über den Deich. Schaut alles aus wie immer und so wollen wir die Reise wieder aufnehmen, sind ja nur noch ein paar Kilometer bis zum Leuchtturm. Denkste, erst mal ist Reparaturpause angesagt, weil das edle Schwarze einen Plattfuß am Hinterrad hat. Aber dafür schleppen wir ja schließlich den ganzen Werkzeugkram mit. Nach erfolgter Genesung des edlen schwarzen Rosses erreichen wir bald den Leuchtturm, der inmitten der Salzwiesen frei im Gelände steht. Dort befindet sich rundum nix, nur der Leuchtturm und zwei kleine Nebengebäude, wo ein paar Naturforscher und Vogelkundler hausen. Bei dem schönen Wetter mag das ganz romantisch daherkommen, aber im Herbst oder Winter, wenn das Wasser an der Haustür steht, ich kenne schönere Gegenden zum Wohnen.

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Der eigentliche Plan war, hier irgendwo nach einer Herberge zu suchen. Aber such mal im Niemandsland nach einem Hotel… Es gibt ein paar Ferienwohnungen auf den Bauernhöfen und einen “Landhof” aber danach steht uns jetzt doch nicht der Sinn. Und so treten wir noch mal in die Pedale um nach 15 weiteren Kilometern, diesmal gegen den Wind mit kurzem Regenschauer Sankt Peter-Ording zu erreichen. Nach einigem Suchen finden wir ein sehr schönes Hotel, zu überschaubarem Preis und beschließen zwei Tage hier zu bleiben. Die hiesigen Herbergen sind ganz gut ausgebucht, obwohl noch keine Ferien sind. Einige Pensionen weisen uns mal wieder ab, weil ihnen für nur ein oder zwei Übernachtungen der Aufwand zu hoch ist, einige Hotels sind schlicht und ergreifend außerhalb unseres Budgets. Aber das Hotel zum Wikinger ist gut für uns, passt in unsere preislichen Vorstellungen und wird unser “Zuhaus” für die nächsten beiden Tage.

…war es nun wirklich keine. Es gibt nicht wirklich viel zu sehen.
Morgens war der Himmel schrecklich grau, also haben wir uns mit dem Frühstück richtig Zeit gelassen. Es drängt uns ja nichts, wir sind ja nicht auf einer Sportveranstaltung hier. Wir haben unser nächstes Quartier wieder morgens telefonisch vorgebucht und so haben wir gar keinen Druck irgendwann ein Ziel erreichen zu müssen, außer vielleicht anzukommen, bevor es zappenduster wird. Nach dem Verlust eines unserer Maskottchen schaut das Verbliebene nun ziemlich einsam aus der Lenkertasche. Die leicht gedrückte Stimmung auf dem Fahrrad nebenan passt zum trüben Wetter. Immerhin bläst der Wind meist von hinten und das Ganze ziemlich forsch. Wenn wir mal die Richtung wechseln, merken wir, wie stark der eigentlich weht, kein Vergnügen. Da unsere Hauptrichtung aber Süden ist und der Wind kontinuierlich aus Nord-West bläst, macht sich unsere Fahrplanänderung eindeutig bezahlt.

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Wir fahren wieder außendeichs zwischen den Schafen und ihren Hinterlassenschaften hindurch, wobei beide hier extrem zahlreich vorkommen. Entsprechend schauen unsere Drahtesel bald ziemlich beschissen aus. Was uns auch ziemlich bald nervt, ist die Häufigkeit der Deichtore. Wenn man aller 500 m absteigen muss um eines der Gatter zu öffnen nervt das ganz schön. Auf allen anderen Abschnitten sind diese Tore deutlich weiter auseinander. Das Wasser sieht man auch kaum, was aber nichts mit der Ebbe zu tun hat, sondern mit den mehrere hundert Meter breiten Salzwiesen. Diese üppig bewachsenen Gebiete kannte ich von unserer letztjährigen Tour an der ostfriesischen Küste gar nicht, hier sind sie überall zu finden. Sie bieten unzähligen Vögeln Lebensraum und würden bei Sonnenscheun sicherlich auch einen schöneren Anblick abgeben, doch bei diesem grauen Wetter wirkt das alles ziemlich trist. So radeln wir dahin, mittlerweile wieder etwas fröhlicher, beobachten und fotografieren allerlei Getier und wandeln zeitweise auf den Spuren von Theodor Storms “Schimmelreiter”, der wohl hier in der Gegend sein  literarisches Vorbild in Form eines studierenden und tüftelnden Landgrafen hatte (Hans Momsen 1735 – 1811). Demzufolge heißt hier jede dritte Gasse nach Hans Momsen oder Hauke Haien, dem Schimmelreiter.
Apropos Ebbe und Flut. Als wir in Dagebüll ankamen und das Wasser doch tatsächlich da war, hatte ich schon befürchtet, die Nordsee sei kaputt und das mit Ebbe und Flut funktioniert hier nicht. Vergangenes Jahr war das Wasser ständig fort, egal wo wir hingekommen sind. Meine zweite Theorie lief dahinaus, das das Wasser, wenn es in Ostfriesland ja ständig fort ist, ja irgendwohin muss. Vielleicht ist es ja deshalb hier? Erstauntes Smiley Mittlerweile hab ich aber festgestellt, das Ebbe und Flut auch hier funktionieren und das Wasser ist, zu meiner Beruhigung wieder wech…
Wir sehen in der Ferne, wie auch schon von Dagebüll aus, immer wieder die Halligen, auf die Hamburger Hallig könnte man sogar hinradeln, da sie mittlerweile per Damm mit dem Land verbunden ist. Wir versprechen uns aber nichts weiter davon, außer noch mehr Gras und noch mehr Vögeln dazwischen und entscheiden uns deshalb für einen Ausflug in das Städtchen Bredstedt. Dort ist auch nix los, aber es gibt leckere Fischbrötchen und wir erfahren, wo sich die hohle Gasse befindet, vor der Wilhelm Tell seinen Widersacher erwartet hatte.

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Der Abstecher nach Bredstedt beschert uns nun allerdings 8 km Wegstrecke gegen den Wind, man könnte zwar quer durchs Land nach Nordstrand, aber wir wollen natürlich standesgemäß über den Damm bei Lüttmoorsiel einreiten und so müssen wir wohl oder übel wieder an den Ausgangspunkt unseres Abstechers zurück. Nach einigen weiteren sehr windigen und mittlerweile auch sehr kalten Kilometern erreichen wir unser Hotel, mit einer kilometerlangen Baustelle vor der Tür, hier wird der Deich saniert, damit das Wasser da bleibt, wo es hingehört. Wenn es denn gerade mal da ist!

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Als wir am 23. morgens aufwachen hat sich das Wetter nicht gebessert, aber immerhin ist es auch nicht schlechter geworden. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe des Fähranlegers und so haben wir nur eine kurze Wegstrecke zurückzulegen. Wir besorgen uns Tickets für die Hin- und Rückfahrt und kurz nachdem wir an Bord gegangen sind, legen wir auch schon ab.

 

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Die Fähre nimmt zunächst Kurs in Richtung der Insel Föhr, die wir nach ca. einer Stunde Fahrzeit erreichen. Das Wetter hat sich inzwischen gebessert und im Sonnenschein gehen hier die ersten Gäste von Bord, andere steigen zu, um den Tag auf der Nachbarinsel Amrum zu verbringen. Be- und Entladen dauert halt alles seine Zeit und ich schätze wir verbringen so etwa zwanzig Minuten am Fähranleger.

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Wir sind inzwischen auf Deck gegangen um dem Treiben zuzusehen und um ein paar Sonnenstrahlen zu genießen. Mit uns an Bord sind auch ein oder zwei Schulklassen, die anscheinend ebenfalls einen Ausflug nach Amrum machen. Als einige von ihnen plötzlich laut durcheinander kreischen und wild gestikulierend auf’s Wasser zeigen werden auch wir aufmerksam und siehe da, ein kleiner Seehund ist neugierig was sich dort im Hafen so tut und streckt ab und zu den Kopf aus dem Wasser.

Nach einer Fahrzeit von insgesamt zwei Stunden legen wir am Fähranleger in Wittdün auf Amrum an.

 

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Nachdem wir uns den Ort und den örtlichen Buchladen ein wenig angesehen und uns mit einem Fischbrötchen gestärkt haben beschließen wir, mit dem Bus ans andere Ende der Insel, in den Ort Norddorf, zu fahren. Am Zielort angekommen machen wir uns dort auf den Weg in Richtung Strand. Bei Ebbe könnte man auf der Wattseite bis zur Insel Föhr laufen.

Auf dem Weg dort zum Strand erleiden wir leider einen herben Verlust; eines unserer Maskottchen (ein Schlüsselanhänger mit Namen Benny) geht verloren. Entweder ist er aus der Tasche gefallen und irgendwer hat ihn gefunden und mitgenommen, oder jemand hat ihn aus der Tasche rausgezogen. Wir sind den Weg zwar nochmals zurückgegangen, haben aber leider nichts gefunden.

Der Strand an diesem Ende der Insel ist ganz schön breit. Auf der Insel Sylt (die ja auch nicht allzuweit entfernt ist) geht jedes Jahr eine Menge Sand verloren und hier auf Amrum wird jedes Jahr eine Menge angespült. Wer weiß, wie die drei Inseln Sylt, Amrum und Föhr in 100 Jahren aussehen. Vielleicht sind ja dann auch alle zusammengewachsen. Wir werden es nicht mehr erfahren.

 

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Von Norddorf aus nehmen wir wieder den Bus uns fahren zu unserem nächsten Ziel, dem Ort Nebel; in dem ich mir gerne die Kirche mit dem Friedhof mit den erzählenden Steinen ansehen möchte. Ich habe in letzter Zeit einige Küstenkrimis gelesen und in einem der Krimis, welche auf der Insel Amrum spielt, wird u. a. dieser Friedhof erwähnt. Vielleicht sollte ich das Buch jetzt nach unserem Besuch auf Amrum nochmals lesen …

 

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Wir haben noch lange nicht alles auf der Insel gesehen, aber leider hat man während eines solchen Tagesausflugs auch nur begrenzt Zeit; und so machen wir uns wieder auf den Wege nach Wittdün, trinken in einem Café noch einen Cappuccino und schlendern dann gemütlich zum Hafen, wo unsere Fähre schon am Anleger liegt. Um nicht auf Grund zu laufen muss sie auf der Rückfahrt häufiger die Richtung ändern, denn es ist Niedrigwasser. Irgendwie scheint die Route aber so ausgetüftelt zu sein, dass die Fahrzeit in etwa gleich bleibt. Nach einem leckeren Abendessen (zur Abwechslung gibt es heute mal Grillteller und Schnitzel) fallen wir – obwohl wir heute keinen Meter mit dem Rad gefahren sind – ganz schön geschafft ins Bett.

Nachdem wir nach mehr als 106 km endlich unsere Unterkunft in Grünendeich-Steinkirchen erreicht haben, todmüde ins Bett gefallen sind und uns am nächsten Morgen mit einem Frühstück gestärkt haben, brechen wir zur nächsten Etappe auf. Wir haben unseren Plan mal wieder geändert und radeln nun durchs “Alte Land”; Wir folgen nun – abweichend von unserer eigentlichen Route – dem Verlauf des Elbe-Radweges; vorbei an Obstbaumplantagen (hauptsächlich Äpfel und Kirschen) und wunderschön hergerichteten alten Häusern führt uns der Weg bis nach Cranz wo wir mit der Fähre nach Hamburg-Blankenese übersetzen. An allen Ecken und Enden gibt es Obststände und während wir so dahinradeln überlege ich, welche Sorten von Marmelade man mit dem ganzen Obst herstellen könnte: Erdbeer, Kirsch, schwarze Johannisbeere, Stachelbeere, Apfelgelee und und und – mmmh lecker.

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Die Fahrt mit der Fähre dauert gerade mal 10 Minuten und schon ist man auf der anderen Seite der Elbe angelangt. In Blankenese ist richtig was los, Spaziergänger, Jogger, Hundeausführer, einige die ihre Boote zu Wasser lassen und Radfahrer. Da der Weg an manchen Stellen doch recht schmal ist, müssen wir unserer Räder eine Weile sogar schieben. Am frühen Nachmittag aber haben wir – nachdem wir auch hier erst mal wieder den falschen Weg genommen haben (wer kommt in Hamburg auch schon auf die Idee, dass man, wenn man zum Bahnhof in Altona will, erst mal bergauf radeln muss – endlich unser vorläufiges Tagesziel erreicht.
Als wir am Fahrkartenautomaten stehen um unserer Zugtickets zu kaufen quatscht uns jemand von hinten an, ob wir nach Niebüll wollen; wenn wir möchten könnten wir für 7,00 Euro pro Person mitfahren, auf seinem Ticket mitfahren. Erst sind wir ein bisschen skeptisch, aber schließlich nehmen wir das Angebot an und kaufen lediglich ein Ticket für unsere Fahrräder. Es finden sich noch zwei weitere Personen die er ebenfalls auf seinem Ticket mitreisen lässt (ist wohl so was wie bei uns das Bayern-Ticket, denn er muss alle fünf Namen eintragen); pünktlich um 15:33 Uhr fährt der Zug ab und bringt uns nach Niebüll (die anderen drei fahren bis Westerland auf Sylt). Gleich am Bahnhof Niebüll ist der Radweg nach Dagebüll ausgeschildert. Etwa 14 km – das sollte zu schaffen sein. Leider müssen wir diese “paar” Kilometer mal wieder fast komplett gegen den Wind radeln und wir sind froh, als wir endlich unter Hotel erreicht haben, denn nachdem die Sonne sich endgültig für diesen Tag verabschiedet hatte war es alles andere als angenehm zu fahren.

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Für Morgen steht bei uns die Insel Amrum auf dem Plan.
Gute Nacht.

 


 

 

Sonntag, 22.06. 06:00 Uhr. Regen. Waagerecht. Es hat sich also nichts geändert, die Aussichten sind so berauschend, wie das Gekicke von gestern Abend. Es bleibt wolkig mit Aussichten auf Wind. Viel Wind und das ist mein Problem. Fahrradfahren ist unser liebstes Hobby, aber bei Gegenwind Stärke 6 oder mehr bleibt nach 30, 40 Kilometern außer schmerzenden Knochen und einer Menge Frust nicht mehr viel übrig. Deshalb habe ich mir ja gestern schon Gedanken gemacht, die ich nun konkretisiere, indem ich die Fahrstrecken und Pläne der Deutschen Bahn studiere. Da ich nun mal das Wetter nicht ändern kann (ich würde es tun, aber ich kann es nicht), müssen wir uns eben etwas anderes einfallen lassen, damit der Wind von hinten bläst. Ursprünglich war geplant, von hier aus (Lühe ) über die Elbe zu fahren, um dann die Elbe hoch und die Nordseeküste entlang bis zur dänischen Grenze zu fahren. Das hätte bedeutet, grobe Richtung Nord oder Nordwest, also genau dahin, wo der Wind her weht. No way! Mein neuer Plan sieht vor, die Tour jetzt umzudrehen und von Oben runter zu fahren, also von Nord nach Süd und damit mit dem Wind. Die Zugverbindung wäre da, jetzt gilt es also, meinen Charme spielen zu lassen um meine Mitreisenden zu überzeugen. Die Frage ist nur noch, ob wir von Elmshorn mit dem Zug fahren, das würde uns noch eine Etappe gegen den Wind bescheren oder ob wir mit Rückenwind bis Hamburg radeln und von dort nach Niebüll mit dem Zug fahren. Alle Mitreisenden sind sich einig, dass wir nach Hamburg Altona mit Rückenwind cruisen werden und von dort den Zug nehmen. Und weil sich das so schön anbietet, setzen wir auch nicht hier über, sondern fahren durchs “Alte Land”. Ich buche noch eben schnell ein Hotel in Dagebüll, das ist 15 Kilometer entfernt vom Zielbahnhof und direkt an der Fähre nach Amrum. Deshalb buche ich das Hotel auch für zwei Nächte, denn wir wollen ja einen Inseltag machen. Und dann kann`s auch schon losgehen…

Nach einer gut durchschlafenen Nacht höre ich morgens den Regen in dicken Tropfen gegen die Scheiben peitschen. Das Wetter hat sich also kein Stück gebessert, wenigstens pfeift der Wind immer noch aus der selben Richtung. Wir telefonieren ein bisschen rum und finden ein Hotel an der Elbe in der Nähe von Stade, das bereit ist, uns ein Zimmer bis 15:00 Uhr zunächst zu blocken. Zu blocken deshalb, weil ich morgens nicht wage abzuschätzen, wie weit wir kommen würden. Unmöglich bei diesen Wetterkapriolen. Wir vereinbaren also mit der Hoteldame, dass wir uns gegen drei noch mal melden werden, nehmen ein leckeres Frühstück und fahren los. Einmal quer durch Cuxhaven, durch Altstadt und Hafen und dann am Wasser entlang. Ich habe mich überzeugen lassen, dass es sich dabei nicht um die Nordsee handelt, sondern diese überdimensionale Pfütze stellt die Elbmündung dar. Meinetwegen. Wir fahren also an der ziemlich breiten Elbe entlang und stellen fest, dass der Wind von hinten bläst. Ein wenig, also ein bisschen. Oder vielleicht doch ganz schön heftig? Jedenfalls brauche ich nicht zu treten, und erreiche trotzdem Geschwindigkeiten jenseits der 20 km/h. Das Gepäck wirkt dabei wohl wie ein Segel. Die wenigen Radfahrer, die uns entgegen kommen haben schmerzverzerrte Gesichter aufgesetzt, entweder sind die alle verprügelt worden oder es ist ganz schön anstrengend, bei Windstärke 6 gegen den Wind zu radeln. Smiley Spaß beiseite, es ist ganz sicher kein Spaß heute gegen den Wind fahren zu müssen und das bereitet mir für unsere weitere Tour echt Kopfzerbrechen! Bis Hamburg oder Stade, je nachdem wo wir die Elbe queren werden, haben wir Rückenwind. Aber dann geht es ja genau in die entgegengesetzte Richtung. Und dann hat der Spaß ein Loch, wie mir der Opa bestätigen könnte, der mir gerade entgegenkommt… Wenn er denn noch Puste zum Reden hätte.

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Auf jeden Fall führt uns der Radelweg bis Otterndorf direkt am Wasser entlang, wie gewohnt zwischen Schafen und Kühen und allem was die so hinterlassen hindurch. Unsere Fahrräder schauen danach echt eklig aus. In Otterndorf kommt uns das erste Mal die Beschilderung des NSCR abhanden. Ein freundlicher Herr möchte uns helfen, hat aber wohl noch nie was von der North Sea Cycle Route gehört. Er will uns am Wasser weiterschicken, ich weiß aber dass das verkehrt ist, weil hier in Otterndorf der Weg ins Land abbiegt. Wir finden einen anderen Wegweiser nach Wingst und ich weiß, dass das an unserer Strecke liegt, also fahren wir dem nach und finden nach ein paar Kilometern plötzlich auch die blauen NSCR-Schildchen wieder. Der Weg führt nun über Landstraßen, die sehr eng, aber keineswegs un- oder wenig befahren sind. Das finden wir nicht so toll, freuen uns aber weiterhin über kräftigen Rückenwind und einen Wechsel aus Sonne, Wolken und vereinzelten sehr kurzen Regenschauern. Wobei uns die Regenschauer weniger freuen, aber aufgrund der Kürze und der sehr geringen Niederschlagsmengen gut auszuhalten sind. Irgendwann biegt unser Weg in ein Wäldchen ab, das stand auch in der Beschreibung auf Radreise-Wiki so drin. Was so nicht drinstand, dass der Weg jetzt ein leicht ansteigender Sand-/ Schotterweg ist. Das ist mit bepackten Fahrräder eine Schinderei, Spaß im Urlaub ist echt was anderes. Außerdem ist uns im Wald natürlich der Rückenwind abhanden gekommen, gerade jetzt, wo man ihn brauchen könnte. Irgendwann wird der Weg wieder besser, ein Schildchen des NSCR war auch mal wieder zu sehen, wir sind also noch richtig. NOCH! Kurze Zeit später verpassen wir nämlich eine Biegung, keine Ahnung ob sie ausgeschildert war, wir haben nichts gesehen. Erst beim spätabendlichen Studium des aufgezeichneten Tracks und dem Vergleich mit dem Track von Radreise-Wiki fällt uns auf, wo der Fehler wohl passiert ist. Und obwohl wir den Radweg in der Folge noch mehrfach kreuzen, sehen wir keine durchgehende Beschilderung mehr. Der nächste Ort, den wir durchqueren sollten, wäre Hemmoor, allerdings besteht der aus gefühlt dreißig weit verstreuten Ortsteilen und so umkreisen wir den Ortskern erst mal, bis uns überhaupt richtig auffällt, dass wir wohl vom rechten Weg abgekommen sind. Also nicht sprichwörtlich sondern tatsächlich! Nach einigen Kreisen finden wir den Bahnhof von besagtem Hemmoor und sind doch tatsächlich nur ca. 150 Meter vom eigentlichen Radweg entfernt, was wir natürlich zu dem Zeitpunkt nicht wissen können. Wir wissen, das unser Radweg ein Stück entlang der Oste führt, ein kleines Flüsschen, das hier ziemlich unaufgeregt langplätschert. Also entscheiden wir uns für den Oste-Radweg, der uns tatsächlich in die richtige Richtung führt. Aber auf der falschen Seite des Flusses. Das beschert uns leider wieder ein paar Extra-Kilometer, bis wir schließlich fast im Kuhstall eines Bauern stehen, der uns ganz ungläubig fragt, was wir von seinen Kühen wöllten. Da ich mir sicher bin, das mich der Typ für total bekloppt hält, wenn ich ihm hier mitten im Land was von einem Nordsee-Radweg erzähle, nenne ich ihm die nächste Ortschaft, die wir zu finden hofften. Ja sagt er, das ist gleich hier drüben. Auf der anderen Seite der Oste. Erstauntes Smiley Früher fuhr mal eine Fähre, aber die fährt schon seit dem Krieg nicht mehr. Jetzt schau ich erst mal blöd und grübel, wann hier die letzte bewaffnete Auseinandersetzung stattfand. Der Typ ist höchstens so alt wie ich und ich habe echte Schwierigkeiten, mich an den letzten Krieg zu erinnern. Naja, wir vernachlässigen das geschichtliche Problem dann und kommen zum eigentlichen Dilemma, nämlich dass wir entweder zurück nach Hemmoor müssten oder weitere Kilometer quer durchs Land fahren müssten um eine befahrbare Flussüberquerung anzutreffen. Wir entscheiden uns für die zweitere Variante und fahren nach Hechthausen, wo wir eine Brücke und den Wegweiser nach Himmelpforten finden. Das freut uns aus zwei Gründen, erstens können wir dort im Postamt unsere Wünsche für`s nächste Weihnachtsfest deponieren und zweitens führt der Nordsee-Radweg durch Himmelpforten. So radeln wir also die sechs Kilometer entlang einer Bundesstrasse und erreichen Himmelpforten. Dort   sehen wir die Straße, wo wir eigentlich hätten herkommen sollen und wähnen uns wieder auf dem rechten Weg.

Zunächst retten wir uns mit viel Glück in einen kleinen Supermarkt vor dem einsetzenden Regenschauer, der dieses mal ziemlich heftig ausfällt. Als das Wetter sich ausgetobt hat (so meinen wir) fahren wir wieder weiter. Es gibt immer noch keine Schilder unseres Radweges, also fahren wir weiter entlang der Straße Richtung Stade. Unser Radweg wäre einige Meter weiter innerorts in Richtung einiger kleiner Dörfer abgezweigt, aber davon ahnen wir nichts sondern fahren weiter auf dem kleinen Radweg entlang der Bundesstrasse, die hier viel, schnell und laut dröhnend befahren wird. Das nervt jetzt richtig zumal zu allem Übel jetzt wieder ein richtiger Regenschauer einsetzt. Da wir aber keine Lust haben hier stehen zu bleiben, streifen wir uns die Regenjacken über und ziehen grimmig entschlossen durch. Ein Höllenritt, mit Lärm, Sturm und jeder Menge Wasser von oben und von den vorbei fahrenden Fahrzeugen, was uns die Laune endgültig vermiest. Als es endlich aufhört zu regnen, geht es durch ein Waldstück, wo es von den Bäumen tropft, als würde es immer noch regnen. Der eigentliche NSCR wäre in paar hundert Meter links parallel zur Bundesstrasse über Dorfsträßchen verlaufen, nicht dass es dort weniger geregnet hätte oder kürzer gewesen wäre, aber der Lärm der Autos wäre uns erspart geblieben.

 

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So erreichen wir endlich Stade und kämpfen uns mit Hilfe eines Ortsplanes an einer Bushaltestelle in Richtung Innenstadt. Und plötzlich bricht aus dem Nichts der Nordsee-Radweg hervor und wir folgen ihm dann doch noch die letzten paar Meter in Richtung der Innenstadt von Stade. In der Nähe eines Freilichtmuseums verlassen wir ihn kurz, um noch eine Runde durch die Stadt zu drehen und etwas zu essen. Wir haben jetzt viel Zeit, da ich im nachmittäglichen Telefonat mit dem Hotel vereinbart hatte, das uns der Schlüssel außerhalb des Hauses (in der Zeitungsrolle) hinterlegt wird und wir so ankommen könnten, wann es uns beliebt. Mir erscheint diese Vorgehensweise ziemlich merkwürdig, da der Vorschlag aber von der Hoteleignerin kommt, vermute ich, dass es nicht das erste Mal ist, das so vorgegangen wird. Mir war`s recht. Also schauen wir uns das Städtchen an, sehr malerisch mit den reichverzierten Häusern entlang eines Kanals, der mitten in der Stadt aufgestaut und dahinter trockengelegt dasteht. Offensichtlich wird am Bett gearbeitet, das hier an dieser Stelle einige Häuser unterquert. Eine Riesen-Baustelle, schade, es stört ein bisschen den zauberhaften Eindruck dieses Ortes, aber wohl notwendig. Wir speisen ausgiebig beim Griechen und genehmigen uns sogar ein Bier, schließlich werden wir heute unseren bisherigen Tour-Rekord brechen. Die Etappe war eh schon relativ lang geplant (ca. 85km) aber aufgrund der Ehrenrunden, die wir aufgrund massiver Orientierungslosigkeit gedreht haben, kommen wir zum Schluss auf 106 km. Das war so nicht geplant. Nach dem Essen ist es schon halb neun und die Straßen von Stade sind wie leergefegt, nicht das hier etwa der Hund gestorben wäre, nein Deutschland spielt um neun bei der Fußballweltmeisterschaft und ganz Stade hockt vor dem Fernseher oder beim Public Viewing. Das hat auch was, wenn man die Straßen einer Kleinstadt vollkommen für sich allein hat!

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Wir verzweifeln wieder ein wenig an der verwirrenden Beschilderung, vielleicht liegt`s ja auch am Bier und dem noch genossenen Ouzo, aber irgendwann haben wir uns bis zur Elbe durchgekämpft und fahren den Deich entlang, da wir unser Hotel am Fähranleger in Lühe wissen. Obwohl sich der Weg noch schier endlos zieht, erreichen wir gegen zehn unser Hotel, finden den Schlüssel wie versprochen sofort und fallen beinahe augenblicklich ins Bett. Wir schauen uns die letzten Minuten des Fußball-Debakels an und ich versuche verzweifelt anhand von Aufzeichnung und Radreise-Wiki nachzuvollziehen, was schief gelaufen ist. Im Resümee der Etappe muss ich die Schuld natürlich in erster Linie bei mangelnder Vorbereitung finden, es reicht halt nicht, den Track zu studieren, eine Wegbeschreibung zu lesen und auf die Beschilderung zu hoffen. Die war ja bisher auf dem gesamten Radweg tadellos, aber gestern war sie halt mangelhaft bis nicht vorhanden oder jedenfalls nicht sichtbar. Dem hätte man problemlos mit einem Navi oder wenigstens einer Faltkarte begegnen können, hatten wir aber beides nicht. Sei`s drum, ich würde diese Etappe eh nicht wieder fahren, sie war nicht besonders reizvoll, eher belanglos und entspricht überhaupt nicht dem Charakter des NSCR. Man hätte tatsächlich am Wasser bleiben sollen und den Elbe-Radweg runter fahren können, Stade und das alte Land erreicht man so auch. Verpassen täte man ganz sicher nix!

Nachdem Deutschland den übermächtigen Ghanaern ein Unentschieden abgetrotzt hat, entschlummern wir langsam und ich grübele noch ein wenig, wie wir das mir dem Gegenwind lösen könnten. Ich glaub, mir ist auch schon was eingefallen. Zwinkerndes Smiley