Abkürzung nach Texel

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Track Zandvoort aan Zee – Castricum bei GPSies

 

Während ich in der Nacht trotz einigem Lärm auf der Straße noch ganz gut geschlafen hatte, werde ich in der Morgendämmerung vom Geschrei eines (wie mir scheint riesigen) Vogelschwarmes geweckt. Die Viecher machen einen Radau, dass es dir die Bettdecke weghebt. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, war ich allerdings putzmunter und erlebe einen satten Regenschauer, na der Tag geht ja gut los!
Während wir in Ruhe frühstücken lässt der Regen etwas nach um schließlich ganz aufzuhören. Also packen wir zusammen und wagen es, der Himmel ist mausgrau und es nieselt ganz leicht. Dennoch fahren wir los in Richtung Norden mit dem Wind von links hinten oder von der Seite, aber nur noch ganz selten direkt von vorn. Schließlich beginnt der Himmel aufzuklaren, aber obwohl es den gesamten restlichen Tag trocken und teils sogar sonnig bleibt, trocknen die Straßen und Wege nicht ab, da die Luftfeuchtigkeit gefühlt so hoch liegt, wie im Inneren einer gut gefüllten Badewanne.
Aus Zandvoort aan Zee fahren wir raus in ein Dünen- / Waldgebiet, der Charakter der Dünen ändert sich jetzt zusehends, waren diese vor Zandvoort noch sandig und nur mit Gras und Büschen bewachsen, fahren wir jetzt durch zum Teil dichte Wälder. Wir umrunden die berühmte Rennstrecke von Zandvoort, auf der augenscheinlich gerade ein Rennen gestartet wurde, jedenfalls verfolgt uns das Motorengebrumm etliche Kilometer lang.
Der Weg durch die Wälder ist idyllisch, uns fällt auf, dass die Viecher hier unheimlich an den Menschen gewöhnt scheinen, einmal steht ca. 2m neben dem Weg, auf dem wir fahren ein junges Reh und frisst genüsslich ein junges Bäumchen zusammen, nicht im Mindesten durch uns irritiert! Es geht wieder ziemlich bergauf und bergab, die Anstiege sind meist nicht lang, aber oft sehr steil, dass war so nicht geplant!
Schließlich verlassen wir den Wald irgendwann und fahren noch ein paar Meter über Land und kommen in Velsen an den Nordseekanal. Der verbindet die Nordsee mit dem Ijselmeer und schafft damit für Amsterdam einen direkten Zugang zur Nordsee. Wir schlürfen noch ganz gemütlich einen Cappuccino und queren den Kanal dann mit der Fähre, die für Fußgänger und Radler kostenfrei ist.

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Auf der anderen Seite geht es zunächst rund um ein großes Industriegebiet und dann wieder Richtung Westen nach Wijk aan Zee, wie der Name schon erahnen lässt, zurück an die Küste. Auch hier fahren wir wieder durch die Dünenlandschaft, die immer noch bewaldet aber wieder etwas offener ist. Uns fallen jetzt immer öfter riesige Schei…haufen auf und neben dem Weg auf. Von Schafen können die nicht stammen, Schafe in der Größe hab ich noch nie gesehen. Wir hoffen, dass es sich nicht um entlaufene Dinosaurier handelt, die hier ihre Hinterlassenschaften verbreiten, da offenbart sich hinter einer Wegbiegung des Rätsels Lösung. Es sind doch so `ne Art Dinos mit ganz viel Fell!

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Die Viecher sind Wisente, die hier in großen Herden frei leben. Zwar durch Gitterroste und Zäune daran gehindert, auf die Straßen zu laufen aber ansonsten können sich die Possierlichen Tierchen hier ihr Leben gut gehen lassen. Schließlich sehen wir auf den allgegenwärtigen Wegweisern den ersten Hinweis auf den Ort Castricum, hier werden wir die Radltour vorerst beenden und in den Zug steigen, der uns nach Den Helder bringen soll. Das klappt alles vollkommen reibungslos und kurze Zeit darauf sitzen wir im Zug, der uns in 50 Minuten an die Nordspitze des niederländischen Festlandes bringt. Hier angekommen sind es nur ein paar Meter bis zur Fähre nach Texel, eine kleine Insel, die jetzt für drei Tage unser Urlaubsdomizil werden wird.

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