Cooler Start und rund um Butjadingen

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Unsere Reise mit dem EuroNight neigt sich dem Ende entgegen und unterwegs ein Blick aus dem Fenster verheißt uns einen schönen Tag. Hoffentlich wissen die Götter im Norden auch, dass Schönwetter angesagt ist …

Und tatsächlich, es hat sich herumgesprochen. Ja, und wer hätte das gedacht; gleich den ersten Tag unserer Radlreise haben wir mit einer 80-Kilometer-Tour begonnen. Nicht im Traum wäre mir eingefallen, dass wir dazu nach einer doch ziemlich kurzen und nicht wirklich erholsamen Nacht fähig gewesen wären. Vielmehr hatten wir vermutet, dass wir nach 30 bis 40 km keine Lust mehr haben und uns nach einer geeigneten Bleibe umschauen würden. So kann man sich irren.

Nachdem wir das Stadtzentrum von Bremen verlassen und den Weserradweg gefunden haben, führt uns dieser zunächst durch ein Industriegebiet. Hier können wir zwar hervorragend fahren, aber wirklich interessant ist die Gegend nicht. Das ändert sich, als wir endlich an der Weser angekommen sind und bei strahlend blauem Himmel dem Flusslauf folgen.

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Auf unserem weiteren Weg passieren wir Orte mit merkwürdigen Namen, überqueren abenteuerliche Bahnübergänge und die Bezeichnung “Radweg” hat halt auch nicht jeder Weg verdient.

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Aber was soll´s; solange uns der Wettergott hold bleibt, kann uns nix schrecken. Im Örtchen Brake gönnen wir uns auf dem Rummel einen kleinen Mittagsimbiss. Ein paar hundert Meter weiter ist erst mal Schluss mit lustig; der Bahnübergang hinter dem unser Radweg weitergeht ist gesperrt; wir machen kehrt und nehmen den Bahnübergang am Bahnhof. Wieder auf dem richtigen Weg angekommen müssen wir nach kurzer Zeit Unterschlupf in einem Buswartehäuschen suchen. Die dunklen Wolken die wir eben noch in weiter Ferne gesehen haben sind mit einem Mal direkt über uns. Aus ihnen kommen zunächst nur ein paar einzelne Tropfen, dann wird es stürmisch und es schüttet wie aus Eimern. Noch ein bisschen Donnergrollen und ein Blitz, dann ist der Spuk vorbei und wir können unseren Weg fortsetzen. Am Abzweig nach Ovelgönne denken wir kurz daran für heute Schluss zu machen, überlegen es uns aber dann doch anders – schließlich strahlt die Sonne schon wieder vom blauen Himmel – und radeln weiter bis Nordenham. Über den Aushang in der Touristeninfo am Marktplatz haben wir schnell ein Zimmer gefunden; nur müssen wir dazu noch mal in die Pedalen treten. Was soll´s, auf die paar Kilometer kommt es jetzt auch nicht mehr an …

Heute Morgen sind wir nach einem erholsamen, langen Schlaf wieder guter Dinge. Noch ein kleines Frühstück und schon setzen wir unsere Tour fort. Zunächst Richtung Blexen. Hier könnten wir nun die Fähre nach Bremerhaven nehmen, aber das interessiert uns nicht wirklich; wir fahren in die andere Richtung und kommen so auf die Halbinsel Budjadingen.

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Hier startet nun für uns auch der Nordseeküstenradweg. Da kann es ja nicht mehr lange dauern und wir sehen die Nordsee. Der Rückenwind hat gedreht und bläst jetzt schräg von der Seite oder von vorn. Gegenwind und weit und breit kein Wasser zu sehen, es herrscht Ebbe in der Nordsee. Im kleinen Fischerhafen liegen die Kutter sozusagen im Trockendock. Aber bekanntlich kommt das Wasser ja immer wieder und so radeln wir mit einer Geschwindigkeit zwischen 10 und 30 km/h über Sillens, Burhave und Tossens unserem heutigen Tagesziel entgegen, Eckwarderhörne. Das Ende der Welt könnte man meinen, wäre da nicht der Fähranleger von dem aus wir morgen nach Wilhelmshaven übersetzen wollen, zwei oder drei Häuser und ein Campingplatz auf dem wir die Nacht in einem Wohnwagen mit festem Vorbau verbringen werden. Auch zu essen gibt es hier etwas und am späten Abend werden wir noch mit einem abendroten Himmel über der Nordsee belohnt. Was will man mehr. Gute Nacht!

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