Deichgeschichten

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Und weiter ging es, entlang der ostfriesischen Nordseeküste. Bei wunderschönem Wetter und reichlich Rückenwind. Es ist unglaublich, wenn man unserem Pensionswirt Glauben schenken darf, wehte der Wind wochenlang aus West und kaum kommen wir und der Wind kommt aus Nord-Ost. Und so rasen wir entlang der Deiche, zunächst noch unter ein paar Schleierwolken, später unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein dahin. Strahlender Sonnenschein bedeutet bei mir natürlich Sonnenbrand. Obwohl ich mich vor der Abfahrt schon eingecremt hatte und unterwegs auch immer wieder nachlege, sind Gesicht, Hals und die sonnenzugewandte Wade feuerrot. Was soll`s ich bin`s gewohnt.

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Unsere Strecke führt uns entlang des Deiches, durch die Dörfer und zwischen den Schafen hindurch. Das ist wirklich kein Witz, die Schafe weiden auf den Deichen, man kommt in diese Weideflächen über kleine Tore, die entweder mit einem Gitterrost versehen sind, über den sich die Tiere nicht drüber trauen oder durch kleine Tore gesichert, die mit einer Feder geschlossen gehalten werden. Innerhalb führt eine hervorragend in Schuss gehaltene Betonstraße. Man kann so ungestört von Autos kilometerweit fahren, nur Radler sind hier unterwegs. Die allerdings reichlich, da es in jedem Dorf einen Fahrrad-Verleih gibt. Und Schafe! Die Viecher gehen, wenn überhaupt erst im letzten Moment auf die Seite und ihre Hinterlassenschaften pflastern die Straße oft zentimeterdick. Ich kratze immer mal wieder ein paar Souvenirs von unseren Rädern.
Einmal hat man uns allerdings gehörig hintergangen, wir radeln fröhlich durch ein offenes Tor auf die Deich-Außenseite, werden noch von einem älteren Paar angesprochen, ob man denn wohl hier fahren dürfte. “Ja ja, kein Problem, es gibt immer diese kleinen Türchen.” Von wegen! Dieses Tor war nur für Mäh-Arbeiten geöffnet worden und wir standen auf der anderen Seite vor einem verschlossenen Tor und Zaun. Da ich aber keinesfalls ca. 5km gegen den Wind zurückradeln wollte, schnallen wir unser Gepäck ab und heben Gepäck, Fahrräder und uns über den Zaun. Da kommen auch schon die älteren Herrschaften und natürlich helfen wir auch denen, wir hatten sie ja schließlich mit unserer, im Brustton tiefster Überzeugung vorgebrachten Falschaussage erst dazu gebracht, außendeichs zu radeln.Obwohl mir gerade diese Wege auf der Seeseite des Deiches gefallen, sind wir ab da deutlich vorsichtiger und achten ein wenig mehr auf die Beschilderung. Schade, man kommt nicht oft dazu auf einer Steilstrecke Fahrrad zu fahren.

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Hin und wieder verlässt der Radweg die Deichlinie und führt durch winzige Dörfchen oder einzeln stehende Bauerhöfe. Highlight des Tages ist ganz klar, als der Radweg einen dieser Höfe durchquert und tatsächlich direkt durch den Misthaufen führt! Der Bauer hatte seine Misthaufen direkt links und rechts des Weges angelegt und natürlich war das Zeugs nicht nur oben liegen geblieben, sondern bedeckte den gesamten Radweg. Traumhaft!

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Begleitet werden wir auf unserer Reise übrigens von Nicky und Benny, die unsere Radltour aus der Lenkertasche heraus beobachten und zur rechten Zeit immer wieder ihre Kommentare einstreuen. Es scheint ihnen aber zu gefallen, momentan sitzen sie auf der Couch unseres Hotelzimmers, das die Ausmaße eines Tanzsaales hat und Schlafplatz für 3 oder 4 Personen bietet. Wo haben Kuscheltiere schon ihre eigene Couch! Ich hoffe, ihr habt auch weiter Euren Spaß Jungs!