Entlang der Schlei

Die Nacht war sehr ruhig in unserem kleinen Hotel an der Schleimündung und so radeln wir denn nach einem ausgiebigen Frühstück wieder in Richtung Kappeln. Obwohl der Ostseeküstenradweg quasi vor unserem Fenster vorbei führt, wenden wir uns in die andere Richtung und wollen nicht zurück an die Ostsee. Wir werden in Kappeln wieder an das Westufer der Schlei übersetzen und dort entlang in Richtung Schleswig fahren. Das ist ein kleiner Abstecher vom Ostseeküstenradweg, der war aber eingeplant. Hier in Kappeln und Umgebung ist die Fernsehserie “Der Landarzt” gedreht worden, entsprechend kommt man hier allenthalben an entsprechenden “Sehenswürdigkeiten” vorbei. Gestern abend hatten wir in einer Kneipe in Kappeln ein Bierchen genommen, die nannte sich mal mit Beinamen “Die Landarztkneipe”, heute sehen wir mehrere Hinweisschilder zum “Landarzthaus”. Das interesseiert uns alles weniger, wir suchen uns unseren Weg, der direkt am Hafen beginnt, wo wir gestern noch die alten Eisenbahnwaggons entdeckt hatten. Der Weg führt ziemlich nah am Wasser entlang und lässt sich bei strahlendem Sonnenschein schön fahren. Apropos Wetter: Wir hören und sehen wohl die Nachrichten über die schweren Unwetter und die vielen Regenfälle aus ganz Deutschland, wir haben bis jetzt im Vergleich dazu einfach Bombenwetter. Es ist sonnig, höchstens mal ein paar Wolkenfelder, nicht zu warm, einzig der Wind bläst heftig, wenn auch lang nicht so heftig, wie angesagt und befürchtet. Heute bläst er allerdings mehrheitlich von hinten, wir sind nämlich erst mal lange Zeit Richtung Süden unterwegs.

DSC05834DSC05836DSC05837DSC05838DSC05841DSC05844

Die Schlei ist ein Meeresarm der Ostsee, ein Fjord und kein Fluss, wie wir unterwegs lernen, es ist schön hier entlang zu radeln, fast immer mit Blickkontakt zum Wasser. Es riecht oft sehr landwirtschaftlich, vornehmlich dann, wenn es mal wieder stramm bergauf geht. Wenn man besonders tief Luft holen muss, das passiert uns mehrfach, wir vermuten einen (bösen) Plan dahinter.
Zwischendurch treffen wir auf seltsame Gestalten, die Geschichte dieser Orte scheint ja spannend zu sein!

DSC03025DSC03026DSC05848DSC05849DSC05851

Irgendwann erreichen wir das Örtchen Brodersby, hier zweigt ein Weg ab, direkt ans Wasser, wo uns eine Fähre auf die andere Seite bringt. Vorher gibt es noch das Mittags-Fischbrötchen, sehr lecker, das muss einfach sein. Nach der Fähre geht es zunächst sehr ruhig durch einen Wald auf einer einsamen Landstraße entlang. Allerdings nur ein paar Kilometer weit um dann an einer laut brüllenden Bundesstraße aufzuschlagen. Dieser müssten wir jetzt etwa 12 Kilometer folgen, ein Unding. Deshalb biegen wir in eine etwas (wie wir zunächst glauben) ruhigere Straße ein, an der ein Radweg entlang führt. Für etwa 500 Meter, dann ist der Radweg eben einfach zu Ende. Beide Straßen führen rund um das Wisebyer Nor, einem großen Naturschutzgebiet rund um einen großen See herum nach Eckernförde, die eine Straße links rum, die andere rechts. Und auf beiden ist die Hölle los, nur dass wir jetzt auch noch ohne Radweg dastehen. Das wollen wir nicht, deshalb biegen wir jetzt komplett von der Straße ab und fahren durch ein Wäldchen an den See, dort führt ein Wanderweg rundum, wie wir auf einer Hinweistafel gesehen haben und in eine Richtung ist er sogar als Radweg ausgeschildert, also wohl befahrbar. So geht es zunächst etwas holprig wieder ein paar Kilometer zurück, aber der Weg wird besser und so umrunden wir den See auf einer sehr schönen sehr ruhigen Strecke und kommen am Ende direkt in Eckernförde wieder an der uns bekannten Bundesstrasse raus. Unser Hotel heißt “Alte Fischeischule” und liegt, vollkommen logisch, auf dem Berg ganz oben. Nachdem wir eingecheckt haben stellen wir fest, dass nicht nur das Hotel ganz oben auf`m Berg, sondern unser Zimmer auch noch ganz oben im Hotel liegt und es gibt keinen Aufzug. Dafür werden wir mit einem traumhaften Ausblick über die gesamte Eckerförder Bucht belohnt, wir haben die “Captain`s Suite”.

DSC05851DSC05852DSC05857DSC05858

Zunächst überlegen wir, hier vielleicht einen Tag länger zu bleiben, wir wollen ja immer mal wieder einen Ruhetag einschieben, wie in den vergangenen Jahren auch. Wir verwerfen den Gedanken dann aber im Laufe des Abends wieder, da Eckerförde nicht wirklich das Zentrum des Ostsee-Tourismus abbildet. Es gibt einen schönen Hafen, um den man wohl ein wenig herumflanieren könnte, ebenso auf der Strand- / Uferpromenade. Ansonsten gibt es noch eine Shopping-Meile. austauschbar mit jeder anderen deutschen Kleinstadt und vor allem gibt es entlang und rundherum um all das genannte ein brüllendes Verkehrschaos. Nein hier bleiben wir nicht, mal sehen, vielleicht morgen in Kiel…
Am Ende gab`s im Hafen noch `nen Griechen, der uns unser Abendessen gebrutzelt hat und einen Hafen-/ Strandspaziergang.

DSC03028DSC03030DSC03029DSC03032DSC03034DSC03036DSC03037DSC03033DSC03038