Noch mal `ne Trainingseinheit reingeschoben

So ein langes Wochenende, wie z.B. Fronleichnam bietet halt Möglichkeiten. Wenn der Wetterbericht dann auch noch von hochsommerlichen Temperaturen berichtet, sind das Steilvorlagen, die man einfach nicht auslassen darf. Zunächst hatten wir den Isarradweg von Mittenwald bis München ins Auge gefasst, Das hätte aber bedeutet, das Angie wegen uns den G7- zum G9-Gipfel umtaufen hätte müssen. Wir hätten nämlich bei Angie im Zimmer campieren müssen, es gab nix in Mittenwald. Es ist auch äußerst fraglich, ob man uns dort an dem Wochenende hätte haben wollen und ob wir überhaupt bis hin gekommen wären. Und da wir weniger auf olivgrüne oder kackbraune (Halt! Die Schergen tragen ja neuerdings Blau!) Begleitung bzw. Belästigung bei unseren Touren stehen, haben wir den Gedanken an die Isar vertagt und haben uns für den Donauradweg entschieden.

So sind wir also am Freitag Mittag mit dem Zuge aufgebrochen, über Plattling das malerische Passau zu erreichen. Erklimmen wäre wohl der angebrachtere Ausdruck. Wir sind am Nachmittag, 16:00 Uhr aus dem Zug getropft, es hatte 33°C. Der Weg zum Hotel war nicht so weit, aber steil… Nach etwa 3km streng bergauf, in brüllender Sonne ohne einen Quadratmeter Schatten wurden auf dem Nebenfahrrad erste Unmutsäußerungen laut. Etwas später entschied man sich zum Aufgeben, sprich, Fahrrad schieben. Meine Äußerung “Wat bin ich froh, dass ich das Hotel nicht ausgesucht habe!” brachte das Fass dann endgültig zum Überlaufen. Verärgertes Smiley Leute das hat mich ganz viel Reden und ein Beruhigungsbier gekostet, bis ich das wieder gut gemacht hatte! Prost! Bierkrug

Der Abend war dann allerdings noch sehr schön in der Drei-Flüsse-Stadt, auch wenn die Suche nach einem Taxi für die erneute Gipfelerklimmung doch etwas mühsam war.

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Nach einem sehr leckeren Frühstück bei einem Bäcker in der Fußgängerzone mit traumhafter Unterhaltung durch zwei ältere Damen in theatralischer Aufmachung die sich ziemlich lautstark über das große Kino, den letzten Kriegseinsatz in Japan und tektonische Plattenverschiebungen während eines Erdbebens unterhielten. Es kann auch sein, dass ich die Reihenfolge hier etwas durcheinander bringe…
Anschließend nahm nämlich eine dramatische Entwicklung Ihren Lauf… Mein neu erworbenes, noch nicht mal richtig ausgetestetes Navi ist abgestürzt und verweigert jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Nun sollte ich das Gerätchen ja eigentlich erst zum Geburtstag kriegen, der ist aber mitten im Urlaub, wie hätte ich das dann testen sollen? Außerdem habe ich festgestellt, dass ich von dem Ding eigentlich kaum was ablesen kann, da sich mein Sehvermögen mit zunehmendem Alter in Richtung Maulwurf bewegt. Also hatte sich der gewiefte Radler erstens eine Sonnenbrille mit einclipbaren Korrekturgläsern anfertigen lassen und hatte sich außerdem extra für`s Long-Way-Radeln Kontaktlinsen anfertigen lassen, welche er sich am Morgen unter Mühen  und mit einiger Anstrengung auf die Pupille getackert hatte. Und jetzt dieses Desaster… Auch mit viel gutem Zureden ließ sich mein noch gar nicht so ganz mir gehörendes Navigations-Gerät nicht überreden, wieder mit mir zu kommunizieren, und so hab ich dann auch gebockt und es zur Strafe in der Tasche verstaut. Es hat eine wunderschöne Tour verpasst, die uns am ersten Tag über Vilshofen und Deggendorf bis nach Loham in der Nähe von Bogen geführt hat.

 

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Dort haben wir am Abend im örtlichen Gastwirts-/ Metzgerei- / Fremdenzimmer-/ Getränkevertriebsunternehmen Quartier genommen und zu Abend gespeist. Der Plan wäre eigentlich gewesen, bis Bogen zu kommen, aber die drückende, extrem schwüle Luft machte dieses Vorhaben 15km vorher zunichte und bescherte uns einen Abend im Kreise der doch etwas ergrauten Dorfjugend. Bauerntheater ist grausam langweilig dagegen! (Einzelheiten gibt es auf extra Anfrage, gegen eine “GeBier”  Zwinkerndes Smiley  )

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In der Nacht ging ein Wolkenbruch, begleitet von einem wahren Bomben-Gewitter zu Boden, was zur Folge hatte , dass wir am Sonntag nach einem guten, ausgiebigen Frühstück bei bewölktem Himmel und doch relativ frischen Temperaturen unsere ersten Kilometer hinter uns brachten. Doch die Tour entlang und auch etwas abseits der Donau ist schön, man umrundet auf den Bergen stehende Schlösschen und auf Hügeln erbaute Betonbunker und trifft bekiffte Drogenhunde. Zumindest hat er sich so benommen, der Eindruck lag nahe…
Kurz vor Straubing stand die Entscheidung an, entweder ab hier den Zug zu nehmen oder aber tapfer wie ein Schneiderlein die heimatliche Gefilde auf dem Drahtesel zu erreichen. Nachdem wir uns noch mal gestärkt hatten, wurde letztere Variante als die bevorzugte auserkoren. Allerdings wurden die letzten Kilometer, bei wiederum stehender, drückender Schwüle zur echten Prüfung.
Trotzdem war die Tour die erwünschte schöne Wochenend-Erholung und ich weiß jetzt auch, wie man ein bockiges Navi wieder zur Mitarbeit überreden kann. Es war Erholung, Training, Materialtest und vieles mehr, alles in einem. Das muss uns erst mal einer nachmachen! Und jetzt sitzen wir hier und warten, dass es Sonntag wird –> ich will endlich an die Nordsee!!!