Wellnesstag

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Track Zierikzee – Hellevoetsluis bei GPSies

Als wir morgens aus dem Hotel auschecken fragt mich die Wirtin recht scheinheilig, ob wie denn mit der Internetverbindung zufrieden gewesen wären. Als ich das verneine, erklärt sie mir, dass es am gestrigen Tag in der ganzen Straße Probleme damit gegeben hätte. Ich bin einigermaßen sauer, so was kann ja mal vorkommen, aber die Information bereits am gestrigen Abend hätte mir `ne halbe Stunde Ärger erspart…
Egal, wir reisen aus dem wunderschönen Zierikzee ab, für das wir gestern Die Noordzeeroute verlassen hatten. Demzufolge müssen wir ein Stück des Weges zurück, den wir gestern gekommen waren. Bereits auf diesen ersten Kilometern bemerke ich, dass wir Süd-West-Wind haben, das ist prima, wird es uns doch heute auf dem größten Teil der Tour Rückenwind bescheren.
Gestern Nachmittag waren wir  ein paar Kilometer an einer Landstraße entlang gefahren, obwohl es einen Weg durch den Wald gegeben hätte, der in der Tour meines Navis aber nicht vorhanden war. So beschließen wir heute auf der Tour zurück, den Weg durch den Wald zu nehmen, auch wenn das Navi uns wieder an die Straße schicken will. Blöd nur, dass wir genau durch diesen kleinen Abstecher aber unseren Abzweig nach Renesse verpassen, wo wir die Noordzeeroute wiedertreffen wollen. Nun ist so ein Navi ja eine feine Sache, wenn der Radlfahrer denn geneigt ist, darauf zu hören, was das Navi vorschlägt. Nachdem wir so wieder eine kleine Ehrenrunde gedreht haben und ich mir ein paar nette Worte anhören darf, beschließe ich ab sofort dem Navigationswunderwerk bedingungslos zu vertrauen. (Bis zum nächsten Abstecher…) Bis jetzt fahre ich ganz gut damit.
Nach unserer ungeplanten Rundreise erreichen wir nach einigen Kilometern Landstraße das Örtchen Renesse, eine reine Urlauberburg. Alle Straßenkaffees sind knackevoll, auf jedem freien Quadratmeter steht eine Verkaufsbude, möglich, dass die eine oder andere davon eine Art Marktstand darstellt, der nicht alle Tage da ist, aber es herrscht eine Gedränge, wie zur Hochsaison. Ich möchte mir gar nicht ausdenken, was hier los ist, wenn im Westen Deutschlands Schulferien sind. Und so futtern wir eine leckere Fischsemmel und fahren ziemlich bald weiter. Am Ortsausgang gibt es noch ein Eis und bei einem Kurzausflug an den Strand sehen wir schon das nächste Riesen-Damm-Gebilde, den Brouwersdam. Hier weht der Wind jetzt wieder extrem heftig, entsprechend tummeln sich auf der gesamten Länge des Dammes Surfer, Kite-Surfer und Strandserver mit ihren segelbetriebenen Buggies. Jede Menge Surf- Kite-Surf- und Wasweißichschulen sind hier ansässig, ein Gewimmel, wie im Ortskern von Renesse…

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Wir haben das unglaubliche Glück, dass uns der Wind diesmal von schräg hinten trifft, radeln ohne Anstrengung ist eine ganz neue Erfahrung. Zusätzlich bei strahlendem Sonnenschein gibt es noch ein Peeling für die Haut. der Wind bringt jede Menge Sand vom unter dem Damm liegenden Strand mit, unvorstellbar, wie das auf den Wadeln und Armen brennt. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie sich das anfühlt, wenn man in die andere Richtung radelt und das Luft-Sand-Gemisch ins Gesicht kriegt. Die Minen der entgegenkommenden Radler sprechen Bände. Smiley mit geöffnetem Mund

Irgendwann sind wir über den Damm drüber und radeln wieder über Land in ein weiteres Urlauberparadies namens Ouddorp. Hier machen wir Kaffeepause und beratschlagen, wie es weiter gehen soll. Eigentlich wollten wir bis Brielle, ein kleines Städtchen an der Rheinmündung gegenüber von Rotterdam. Das scheint uns aber etwas weit, da es schon fast 4 Uhr ist. So bleibt die Wahl in Ouddorp zu bleiben oder noch etwa 15km weiter zu fahren, über einen weiteren Damm in einen etwas “größeren” Ort namens Hellevoetsluis. Dort gibt es auch gleich noch ein Hotel, mit freien Zimmern laut Internetportal, also radeln wir weiter über den Haringvlietdam und erreichen nach weiteren 5km entlang des Naturschutzgebietes Haringvliet den Ort Hellevoetsluis und unser Hotel. Der Ort wirkt rund um das Hotel ziemlich tot, außer einem Sportboothafen und sehr vielen gleichförmigen, zu einem Großteil leerstehenden Holzhäusern. Wir checken ein und begeben uns ins Hotelrestaurant auf ein Zwischenbier. Dort vertreibt uns aber ziemlich bald die recht snobistisch wirkende Bedienung, ihre Art und auch die übrige eintrudelnde Klientel des Restaurants sind nicht unser Ding. Und so wandern wir jetzt bei vollständig bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen ins Örtchen und finden dort neben einem schönen Hafen eine ganz putzige kleine Kneipe, in dem eine sehr freundliche Wirtin die leckersten Speisen serviert. Wir sind zufrieden, laufen noch eine kleine Runde um das Fort, das wohl früher mal der Verteidigung des Örtchens gedient hat und fallen anschließend todmüde ins Hotelbett.

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